Die Zukunft der Apotheken
14. April 2026

Die österreichischen Apotheken stehen vor einer strukturellen Veränderung, die oft unterschätzt wird. Während über Digitalisierung und Wettbewerb gesprochen wird, passiert im Hintergrund etwas viel Entscheidenderes: die Art, wie gearbeitet wird, verändert sich grundlegend.
Der zentrale Treiber dahinter ist die Personalstruktur und insbesondere der Trend zur Teilzeit.
Teilzeit wird zur neuen Realität im Apothekenalltag
Ein Blick auf aktuelle Studien zeigt deutlich, wohin sich die Branche entwickelt. Laut dem Apothekenmonitor 2025 der Treuhand Hannover ist Teilzeit längst kein Randphänomen mehr, sondern prägt den Arbeitsalltag in Apotheken maßgeblich.
Selbst in der jüngsten Altersgruppe arbeitet nur etwa die Hälfte der Beschäftigten in Vollzeit, während der Anteil mit zunehmendem Alter weiter sinkt. (Pharmazeutische Zeitung)
Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf den Betrieb:
- Weniger Arbeitsstunden pro Person bedeuten mehr Abstimmung, komplexere Dienstplanung und vor allem eines: weniger Puffer im System.
- Gleichzeitig zeigt die Studie auch, dass Personalmangel bereits heute spürbar ist und sich direkt auf Arbeitsbelastung, Abläufe und Servicequalität auswirkt. (treuhand-hannover.de)
Die Konsequenz ist klar: Apotheken werden anfälliger für Störungen im Alltag, insbesondere für kurzfristige Ausfälle.
Österreich reagiert und denkt langfristig
Auch in Österreich ist diese Entwicklung längst angekommen. Der Österreichische Apothekerverband hat seine Personalkampagne bewusst verlängert und richtet sie mittlerweile gezielt auf die nächste Generation aus. Der Fokus liegt dabei klar auf Nachwuchsgewinnung. Neue Zielgruppen werden über Social Media angesprochen, Kooperationen mit Schulen aufgebaut und Ausbildungsberufe aktiv gefördert. Gleichzeitig zählt die PKA-Lehre bereits zu den Top-Lehrberufen bei Mädchen in Österreich. (OTS.at)
Das zeigt: Der Fachkräftemangel wird nicht mehr als kurzfristiges Problem gesehen, sondern als strategische Herausforderung für die kommenden Jahre.
Doch genau hier liegt das Paradox. Denn während langfristig investiert wird, bleibt das operative Problem bestehen:
Was passiert heute, wenn jemand kurzfristig ausfällt?
Warum kurzfristige Ausfälle heute schneller eskalieren
In vielen Apotheken basiert die Planung noch auf einem Modell, das auf Effizienz optimiert ist, nicht auf Resilienz. Solange alle im Team verfügbar sind, funktioniert dieses System. Doch sobald eine Person ausfällt, entstehen sofort Engpässe. Durch die steigende Teilzeitquote verschärft sich dieser Effekt zusätzlich.
Es gibt weniger verfügbare Stunden pro Mitarbeitenden und damit weniger Spielraum, um Ausfälle intern zu kompensieren.
Die Folge: Teams geraten schneller unter Druck, Prozesse verlangsamen sich und die Belastung steigt. Ein System, das ohnehin knapp kalkuliert ist, wird plötzlich instabil.
Die Zukunft der Apotheke: weniger improvisieren, mehr strukturieren
Die entscheidende Frage für die Zukunft lautet daher nicht mehr: „Wie finden wir mehr Personal?“
Sondern: „Wie gestalten wir unsere Prozesse so, dass sie auch bei Personalausfällen funktionieren?“
Erfolgreiche Apotheken werden genau hier ansetzen:
- Sie denken in flexiblen Kapazitäten statt starren Schichten,
- sie nutzen digitale Lösungen zur Entlastung
- und sie reduzieren gezielt Aufgaben, die unnötig Personal binden
Ein besonders relevanter Bereich ist dabei der OTC-Verkauf.
OTC-Verfügbarkeit als strategischer Hebel
OTC-Produkte sind ein zentraler Bestandteil des Apothekenalltags. Gleichzeitig binden sie Zeit, die im Beratungsbereich oft fehlt.
Hier entsteht ein neuer Ansatz: Nicht jede Leistung muss zwingend an Personal vor Ort gebunden sein.
Mit Lösungen wie CareApo24 können Apotheken ihren Kund:innen eine 24/7-Verfügbarkeit von OTC-Produkten bieten, unabhängig von Öffnungszeiten oder Personalsituation.
Das bedeutet konkret:
- Entlastung des Teams im Tagesgeschäft
- geringerer Druck bei kurzfristigen Ausfällen
- stabile Versorgung für Kund:innen
Gerade in einem System, das zunehmend unter Personaldruck steht, wird das zu einem entscheidenden Vorteil.
Fazit: Stabilität wird zum neuen Wettbewerbsvorteil
Die Zukunft der Apotheken (auf jeden Fall in Österreich und in Deutschland) ist geprägt von drei Entwicklungen:
- steigende Teilzeitquote
- intensiver Wettbewerb um Nachwuchs
- wachsender Druck im Tagesgeschäft
Diese Faktoren lassen sich nicht kurzfristig verändern. Was sich aber verändern lässt, ist der Umgang damit. Apotheken, die ihre Prozesse resilient aufstellen und gezielt entlasten, werden stabiler arbeiten, auch dann, wenn nicht alles nach Plan läuft.
Und genau darum wird es in Zukunft gehen:
Nicht die perfekte Besetzung entscheidet über Erfolg – sondern ein System, das auch ohne sie funktioniert.





